
Das Institut für Fragen & Fortschritt (IfFF) ist ein interdisziplinär orientiertes, unabhängiges und selbstverwaltetes Institut zur Entwicklung und Vermittlung kritischer Gesellschaftstheorie. Es besteht aus Mitwirkenden, die in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft, der Kultur, der Kunst, in Gewerkschaften und in der politischen Bildungsarbeit tätig sind.
Das IfFF wurde infolge eines mehrjährigen Ausbauprozesses im Herbst 2022 gegründet und folgt seitdem einem spezifischen Ansatz zur Organisation, welcher Gemeinnützigkeit und den Anspruch auf Selbstverwaltung miteinander vereinen soll.
Der Name unseres Instituts ist als ein Versuch zu verstehen, eine von uns allen geteilte Grundhaltung auszudrücken.
Warum Fragen?
Sowohl innerhalb konventioneller Wissenschaft, als auch innerhalb der politischen Linken vermissen wir oftmals die Bereitschaft, sich bewusst und kritisch mit dem eigenen Wissen, mit vermeintlichen Gewissheiten, mit der eigenen Wirkmächtigkeit, sowie (nicht zuletzt) mit den eigenen liebgewonnenen Identitätskonstruktionen auseinanderzusetzen.
Wenn diese Bereitschaft nicht vorhanden ist, steht dies einem wirklichen Erkenntnis- und Veränderungsinteresse, sowie einem offenen Dialog in beiden Bereichen im Wege. Als Wissenschaftler:innen mit emanzipatorischem und politischem Anspruch sind wir allerdings genau hieran interessiert. Wir wollen zur Herstellung tatsächlicher Handlungsfähigkeit sowohl für kritische Wissenschaft, als auch für progressive soziale Bewegung beitragen.
Wir halten es dabei für unabdingbar, uns gemeinsam mit anderen in eine offene und dialogorientierte Grundhaltung zu begeben und das Fragen in den Mittelpunkt des eigenen Handelns zu stellen. Selbstkritische und gesellschaftskritische Haltung lassen sich miteinander vereinen.
Warum Fortschritt?
Konventionelle Wissenschaft gibt häufig vor, der Welt mit einer wertneutralen Objektivität gegenüberzustehen. Wir sind jedoch der Auffassung, dass es angesichts der engen Verknüpfungen von Wissenschaft mit gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen (ihren Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten), kein Gegenüber geben kann, sondern nur ein Mittendrin. Der Glaube an den Standpunkt wertneutraler Objektivität ist letztlich eine Illusion und Selbsttäuschung.
Daran anknüpfend steht das gesellschaftspolitische Engagement für uns am Anfang jeder intellektuellen Tätigkeit, nicht an ihrem Ende. Es beginnt bereits mit der Entscheidung zu forschen, zu schreiben, zu lehren oder auf andere Weise kulturell tätig zu werden. Wir teilen diesen Ausgangspunkt kritischer Theorie und sind bereit, uns offen der Frage nach den eigenen normativen Haltungen zu stellen, mit denen wir Wissenschaft, Kultur- und Bildungsarbeit betreiben.
Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Theoriebildung, Gesellschaftskritik und verändernde Praxis zusammen zu führen. Damit wollen wir auf einen grundlegenden sozialen Fortschritt hinwirken: Eine befreite, gleiche und klassenlose Gesellschaft jenseits des Kapitalismus.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt einen Ort zu gestalten, an dem wissenschaftliches Arbeiten Hand in Hand mit Kunst, Kultur und Bildung gehen darf.
