Grundprinzip?
Das IfFF wurde infolge eines mehrjährigen Ausbauprozesses im Herbst 2022 gegründet und folgt seitdem einem spezifischen Organisationsansatz, welcher Gemeinnützigkeit und den Anspruch auf Selbstverwaltung miteinander vereinen soll. Es ist seit Frühjahr 2023 zugleich ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, sowie auch eine selbstverwaltete Organisation.
Interdisziplinär
Interdisziplinarität bezieht sich auf die Zusammenarbeit und den Austausch zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
Was bedeutet das?
Interdisziplinarität steht im Gegensatz zur reinen Fachdisziplin, bei der der Fokus auf einer spezifischen Wissensdomäne liegt. Bei interdisziplinären Ansätzen werden Grenzen zwischen den Fachbereichen überwunden, um ein umfassenderes Verständnis eines bestimmten Problems oder einer Fragestellung zu entwickeln.
Der Grundgedanke hinter Interdisziplinarität besteht darin, dass viele komplexe Fragen und Herausforderungen in der heutigen Welt nicht allein durch eine einzelne Disziplin gelöst werden können. Stattdessen werden Erkenntnisse, Methoden und Perspektiven aus verschiedenen Fachgebieten zusammengeführt, um neue Einsichten zu gewinnen und innovative Lösungsansätze zu entwickeln.
Warum wir uns interdisziplinär orientieren!
Aktuell wirken am IfFF Wissenschaftler:innen aus den Disziplinen Design(-theorie), Soziologie, Ökonomie, Politikwissenschaften, Geschichte, Archäologie, sowie aus den Bereichen Wissenschafts- und Politikkommunikation mit. Wir streben perspektivisch an, dieses Feld immer mehr zu erweitern. Uns eint das Interesse an der Analyse und Kritik gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge, welche der Komplexität ihres Gegenstandes auch gerecht wird. Dafür haben wir uns vorgenommen, einen interdisziplinären Raum zu schaffen, in dem wir zwar nicht unsere jeweiligen Fachgebiete aufgeben, aber gemeinsam Perspektivwechsel vollziehen, Perspektiven erweitern und Denkfähigkeiten stärken wollen. In Abgrenzung zum größtenteils monodisziplinär funktionierenden Wissenschaftsbetrieb verstehen wir innerhalb des IfFF die Präsenz anderer Disziplinen, ihrer Methoden und Erkenntnisse nicht als Konkurrenz, sondern als potentiell sinnvolle und bereichernde Erweiterung des eigenen Blicks. Wir denken zusammen, nicht gegeneinander!
Unabhängig
Unabhängigkeit in Wissenschaft, Kunst, Kultur und Bildungsarbeit bezieht sich auf die Freiheit von äußeren Einflüssen und Interessen […].
Was verstehen wir darunter?
Unabhängigkeit im Bereich von Wissenschaft, Kunst, Kultur und Bildungsarbeit bezieht sich auf die Freiheit von äußeren Einflüssen und Interessen, die z.B. das eigene Forschungsverhalten, die Ergebnisse und Erkenntnisse, die Bildungs- und Veranstaltungsplanung oder die wissenschaftliche bzw. theoretische Integrität des Instituts und seiner Mitwirkenden insgesamt beeinflussen könnten.
Das Streben nach Unabhängigkeit ist als grundlegendes Prinzip eng mit dem Anspruch auf die eigene wissenschaftliche und theoretische Handlungsfreiheit verknüpft. Es ermöglicht bestenfalls das Ausüben der eigenen Arbeit ohne Einschränkungen, politische Einflussnahme oder kommerzielle Interessen von Dritten.
Warum wir Wert auf Unabhängigkeit legen!
Innerhalb konventioneller Wissenschaft erleben wir, neben dem eigenen oftmals prekären Dasein, die direkten Auswirkungen von Drittmittelabhängigkeit und Budgetbeschränkungen auf die inhaltliche Ebene von Forschung und Lehre. Wir wollen uns im IfFF dagegen nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich frei ausprobieren. Bei den Inhalten unserer Tätigkeiten in den Bereichen Wissenschaft, Kunst, Kultur und Bildung legen wir deshalb größten Wert auf deren Unabhängigkeit von externen Geldgeber:innen. Sie sind das Produkt unserer eigenen theoretischen Ansätze, unseres eigenen Erkenntnis- und Kritikinteresses. Dieses Prinzip schließt für uns Auftragsarbeit für Externe nicht aus, steht jedoch in der Wichtigkeit über Fragen der Finanzierung. Denn: Über unsere Theorie und Praxis entscheiden letztlich wir.
Selbstverwaltet
Die Selbstverwaltung basiert auf den Grundsätzen der Autonomie, der Unabhängigkeit und des Kollektiveigentums.
Was heißt das für uns?
Formaljuristisch im Rechtsverhältnis gegenüber Dritten gilt die Rechtsform des IfFF – Institut für Fragen & Fortschritt e.V als eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein. Darüber hinaus gilt für uns jedoch: Das Institut gehört jenen, die darin tätig sind.
Das Prinzip der Selbstverwaltung bezieht sich auf die eigenständige Organisation, Verwaltung und Entscheidungsfindung innerhalb des Instituts, die von den dort tätigen Mitwirkenden in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, sowie Bildungsarbeit ausgeübt wird. Die Selbstverwaltung basiert auf den Grundsätzen der Autonomie, der Unabhängigkeit und des Kollektiveigentums. Sie ermöglicht es den Mitwirkenden des Instituts, ihre wissenschaftlichen, kulturellen und bildungspolitischen Aktivitäten sowie interne Angelegenheiten selbst zu gestalten und zu regeln. Dies umfasst auch die Verwaltung von Ressourcen wie z.B. Budgets, Einrichtungen und technischer Ausstattung.
Warum Selbstverwaltung für uns zentral ist!
Innerhalb des IfFF wollen wir selbst über unsere Arbeit, ihren Umfang und ihre Inhalte bestimmen. Über inhaltliche und strukturelle Belange entscheiden bei uns keine Einzelpersonen, sondern alle aktiven Mitglieder kollektiv innerhalb des Institutsrates, des höchsten Gremiums des IfFF.
Während wir 2021 dabei waren, das IfFF strukturell aufzubauen, haben tausende Wissenschaftler:innen unter dem Hashtag #ichbinhanna ihr prekäres berufliches Dasein thematisiert. Befristete und projektgebundene Arbeitsverhältnisse, ständige Unsicherheit, Mechanismen der Ausbeutung und Selbstausbeutung, kurzum: Tätigkeit unter Bedingungen erdrückender Fremdbestimmung. Wir waren erfreut, dass diesen Zuständen endlich Öffentlichkeit zuteil wurde, wenngleich sie leider weiterhin fortbestehen und ihre Wurzeln tief liegen. Sie haben wesentlich zu unserem Entschluss beigetragen, unsere eigene selbstverwaltete Wissenschafts- und Bildungsorganisation zu gründen.
Tätigkeitsbereiche?
Wir im IfFF kommen aus verschiedenen Bereichen: Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Bildungsarbeit. Unser bewusster Ansatz ist es, als IfFF in diesen Bereichen tätig zu sein, dabei jedoch keinen Trennungsstrich zwischen ihnen zu ziehen. Wir wollen Theorie und Praxis aufeinander beziehen, sowie interdisziplinärer Orientierung den erforderlichen Handlungsraum geben.
Wissenschaft & Forschung
Theorien und wissenschaftliche Erkenntnisse sollten nicht zu Dogmen erstarren, sondern fortlaufend und kritisch weiterentwickelt werden.
Ziele
Insbesondere die Weiterentwicklung kritischer Theorie und gesellschaftskritischer Wissenschaftsansätze ist Ziel des IfFF. Hierfür sollen perspektivisch auch Tagungen veranstaltet, eigene Publikationen veröffentlicht, sowie eigene Forschungen durchgeführt werden.
Diese Vorhaben können und wollen wir natürlich nicht alleine verfolgen, sondern suchen dafür die Vernetzung mit anderen Akteur:innen, v.a. aus den Bereichen Wissenschaft, politische Bildung und Gewerkschaft. Erste Projektideen und laufende Projekte findet ihr zukünftig hier!
Vereinszweck
„Zweck des Vereins ist: 1. Die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Ein fortlaufender Austausch zwischen Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen untereinander, sowie mit sozialen Bewegungen und nichtakademischen Akteur*innen wird angestrebt.“
Vereinssatzung, §3 Zweck des Vereins (gemäß §52 Abs. 2 Satz 1 AO)
Kunst & Kultur
Kunst und Kultur existieren in wechselseitigen Zusammenhängen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen.
Ziele
Ähnlich wie die Wissenschaft bewegen sich auch Kunst und kulturelle Tätigkeiten nicht im luftleeren Raum, sondern existieren in komplexen Zusammenhängen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen. Die Förderung bildender und darstellender Kunst, die sich dessen bewusst ist, ist ebenso ein Ziel des IfFF, wie die fortlaufende Thematisierung des Verhältnisses von Kunst, Kultur und Gesellschaft.
Da Kunst und Kulturgüter etwas Gesellschaftliches in sich tragen und wiederum auf Gesellschaft zurückwirken, wird das IfFF bewusst auch auf künstlerisch-kulturelle Formate zur Vermittlung von Gesellschaftstheorie zurück greifen.
Vereinszweck
„Zweck des Vereins ist: 2. Die Förderung von Kunst und Kultur. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die finanzielle und infrastrukturelle Förderung künstlerischer und kunsttheoretischer Veranstaltungen in den Bereichen bildende und darstellende Kunst.“
Vereinssatzung, §3 Zweck des Vereins (gemäß § 52 Abs. 2 Satz 1 AO)
Bildungsarbeit
Wissenschaftliches Wissen und Gesellschaftstheorie können alle verstehen. Darum sollten sie auch außerhalb von Universitäten zugänglich sein.
Ziele
Erklärtes Ziel des IfFF ist die dauerhafte Schaffung eines dezentralen, kostenfreien, wissenschaftsbasierten und gesellschaftstheoretischen Bildungsangebotes außerhalb von Universitäten und akademischem Feld. Als ersten Schritt auf diesem Weg veranstalten wir ab Frühjahr 2024 Die Reihe: Gesellschaft fragend verstehen.
Die Reihe wird sich als jährlich fortlaufendes Format einführend und grundlegend mit verschiedenen gesellschaftlichen Fragen und Themenbereichen auseinandersetzen.
Vereinszweck
„Zweck des Vereins ist: 3. Die Förderung der Bildung. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Schaffung eines entsprechenden gesellschaftstheoretischen Veranstaltungsangebots.“
Vereinssatzung, §3 Zweck des Vereins (gemäß § 52 Abs. 2 Satz 1 AO)
