
… 1988 in Berlin geboren, studierte in Berlin und Istanbul prähistorische Archäologie und südwestasiatische Altertumskunde. Er schrieb seine Doktorarbeit über Tempel- und Palastbesetzer*innen in der Eisenzeit Nordmesopotamiens und Westirans. Gegenwärtig arbeitet er am Museum für Vorderasiatische Archäologie und Islamische Kunst in Berlin.
Während seines Studiums und seiner Dissertation hatte er die Chance in internationalen Teams zu arbeiten. Er sah aber auch die neokolonialen Verstrickungen, in denen sich die südwestasiatische Altertumskunde noch immer befindet. Da sich diese Ungleichheit auch in dem etablierten Geschichtsbild manifestiert, versucht Georg Cyrus immer neue subalterne Perspektiven auf die Geschichte Mesopotamiens und angrenzender Gebiete zu werfen. Dabei stellt die Geschichte Mesopotamiens die längste Geschichte urbaner Gesellschaften der Welt dar und eignet sich daher als Langzeitperspektive auf unsere gegenwärtige Gesellschaft besonders gut.
Daneben arbeitete Georg Cyrus auch in der Archäologie des 20. Jahrhunderts. Er untersuchte verscharrte menschliche Überreste, die aus einer eugenischen Sammlung der Vorkriegszeit stammten. Er half auch bei der Aufarbeitung eines Zwangsarbeiterlagers in Berlin Tempelhof. Die Bedeutung dieser Archäologie der jüngsten Vergangenheit nimmt immer mehr zu, da es immer weniger Augenzeug*innen gibt und da sie Themen unserer politischen Identität behandelt.
